OpenID baut sich eine Brücke zur Massenanwendung
Gestern abend hatte ich die Freude an dem Open Web Podcast der drei bekannten deutschen Web 2.0 Protagonisten Matthias Pfefferle, Sebastian Küpers und Christian Scholz teilnehmen zu dürfen. Das Ergebnis findet man hier und hier.
Mein persönliches Resümee ist, daß OpenID gerade eine entscheidende Wandlung durchmacht vom Spielzeug für Geeks zur Massenanwendung. Spätestens nachdem drei der weltweit größten Internetfirmen Yahoo, Google und Microsoft, sich bereit erklärt haben ihre User zukünftig mit OpenIDs auszustatten, ist klar, daß die Akzeptanzschwelle (auf Providerseite) genommen wurde.
Dennoch sind alle Beteiligten noch vorsichtig damit, sich auch als Relying Party (also als Akzeptanzstelle für fremde OpenID-Provider) zu outen. Stattdessen werden zunächst mehr oder minder ernst zu nehmende Usability-Tests durchgeführt und - kurz gesagt - einfach erstmal Erfahrungen gesammelt.
Was “die Großen” der Branche wohl unisono als Problem ansehen, ist es Verständnis dafür zu wecken, daß ein User sich über seine persönliche, einzigartige und höchst individuelle URL authentifizieren kann. Und sie mögen damit nicht unrecht haben - bei Email-Providern, bei Facebook und vielen anderen Sites ist es der User gewohnt sich mit seiner Email-Adresse einzuloggen. Eine URL als Login kommt ihm da recht sonderbar vor.
Selbst die Lösung, die sowohl Yahoo als auch Google stark bevorzugen, namens “Directed Identity”, weckt Verständnisprobleme: der User soll hierbei einfach seinen Identitätsprovider, also yahoo.com oder google.com, eintippen und wird dann zu diesem zum Zwecke des Logins umgeleitet.
Facebook Connect ist da gleich einen Schritt konsequenter: das stark an OpenID erinnernde Verfahren, bei dem sich ein Facebook User auf der Seite eines Drittanbieters mit seinem Facebook Account einloggen kann, bleibt konsequent bei der Emailadresse - der User braucht sich nicht umzugewöhnen, die Akzeptanz ist somit gesichert.
Um OpenID massenmarkt-tauglicher zu machen, werden auch hier nun Verfahren wie z.B. EAUT diskutiert, die das OpenID-Loginverfahren per Email realisieren.
Man baut hier also eine Krücke, die weit ab ist von dem ursprünglichen Gedanken aus der Bloggerszene, daß man mit seinem OpenID-Kommentar auch gleich einen Link auf eine persönliche Profilseite hinterlässt, auf der man mehr zu der Identität des Kommentators erfährt als nur seinen Nickname.
OpenID gibt einen Teil seiner Möglichkeiten (Identität & Profil, ja sogar Lifestream unter einer persönlichen URL) auf, um dafür ein breiteres Publikum zu erreichen.
Die Zeit wird zeigen, ob dies der richtige Weg ist. Ich kann mir jedoch sehr gut vorstellen, daß auch der “normale” User im Laufe der Zeit die Vorteile einer URL als Identität erkennen und nutzen wollen wird.Discount 3D Modeling
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Man denke nur daran z.B. sein öffentliches Facebook- oder XING-Profil gerne als eine Art “Visitenkarte” bei der Registrierung auf einer neuen Seite abzugeben und damit implizit eine Verbindung zu all den anderen Digitalen Assets (Profile, Blogs, Freundeskreise, Bildergalerien etc.) herzustellen, die man sich im Netz über die Jahre hinweg aufgebaut hat.

Nachdem Facebook den Zugriff auf seine Userdaten mit Hilfe einer umfangreichen API geöffnet hat, haben innerhalb der ersten Wochen über 800 Web-Applikationen, u.a. z.B. auch das seit Jahren bekannte Last.fm oder das beliebte iLike ihre Anwendungen so angepasst, daß diese als Module in dem sozialen Netzwerk von Facebook laufen.