Wie funktioniert OpenID?
Um die Funktionsweise von OpenID besser zu verständlich zu machen, stellen wir hier kurz das traditionelle Login mit Username / Passwort und das OpenID Login gegenüber:
Herkömmliches Login
Jeder User hat eine Reihe von Websites, die er normalerweise täglich beim surfen besucht. Bei jeder einzelnen Seite loggt er sich mit seinem Benutzernamen und dem dazugehörigen Passwort ein, beschäftigt sich eine Weile mit der Seite und loggt sich anschließend wieder aus. Auf jeder Seite das gleiche Spiel. Und jedesmal aus Sicherheitsgründen mit einer anderen Username / Passwort Kombination.
Richtig anstrengend wird es, wenn man einen neuen Account auf einer Website anlegen will. Dann muss man oft eine ganze Reihe Benutzerdaten eingeben, seine Emailadresse verifizieren, also zwischen Browser und Emailclient hin und herspringen usw. Das ist nicht nur zeitaufwändig, sondern man produziert auf diesem Weg auch jede Menge redundante Daten, die nur schwer zu pflegen sind. Man denke nur mal daran seine Emailadresse zu ändern - und dies in 10 verschiedenen Accounts - ein Horror-Szenario für das man sich gut und gerne mal einen halben Tag Zeit nehmen kann.
Jeder, der schon einmal eine Website aufgebaut hat weis, daß die Registrierungshürde das größte Hinderniss ist um an neue User zu kommen. Oft ist eine Anwendung einfach zu erklärungsbedürftig - könnten neue User jedoch einfach mal damit “herumspielen” um zu merken, wie sich das Ganze “anfühlt”, wäre das eis viel schneller gebrochen. Hier greift OpenID und vereinfacht das ganze Procedere erheblich.
Registrieren und Einloggen mit OpenID
OpenID hat den einfachen Grundgedanken, daß sich ein User über eine eindeutige Website-URI identifiziert, die ihm “gehört” und für die er bereits eindeutig identifiziert wurde.
Wie sieht dies praktisch aus? Man registriert - ein letztes Mal - einen Account bei einem OpenID Provider (IdP) und hinterlegt dort die Daten die man potenziell an andere Websites weitergeben will, also z.B. Nickname, Voller Name, Emailadresse, Sprache, Land etc.
Loggt man sich nun beim Start seiner Surf-Session bei seinem IdP ein, so ist man dort authentifiziert und kann alle Websites mit OpenID-Unterstützung wesentlich einfacher benutzen. Besuche ich z.B. das OpenID Directory und möchte für eine der dortigen Seiten ein Voting abgeben oder z.B. meine eigene Seite dort mit der kostenlosen Promotionbox bewerben, dann gebe ich einfach nur meine OpenID http://thuhn.solution-media.de ein und sofort kann ich alle Funktionen dieser Website uneingeschränkt benutzen.
Das Gleiche gilt z.B. für Kommentare in Blogs: wenn ich einen interessanten Beitrag finde (z.B. auch auf dieser Seite), logge ich mich mit meiner OpenID ein und kann sofort eine Kommentar abgeben, Fragen stellen usw.
Doch wie funktioniert dies technisch? Die Website (Consumer) schickt beim Login eine Anfrage an den OpenID Provider (IdP). Der Server zeigt eine Seite, auf der man die Anfrage einmalig oder dauerhaft akzeptieren oder ablehnen kann. Man kann hierbei detailliert bestimmen, welche Daten der Consumer erhalten soll und welche nicht.
Akzeptiert man die Datenübergabe, schickt der IdP “SUCCESS” an den Consumer, der den Userstatus daraufhin auf “eingeloggt” ändert.
Beim ersten Besuch einer Consumer-Website wird übrigens vollautomatisch ein neuer Account angelegt, der komplette Registrierungsprozess entfällt. Es sei jedoch erwähnt, daß es auch Websites gibt, denen die derzeit vom OpenID 1.1 Protokoll zur Verfügung gestellten Daten nicht ausreichen. Diese gehen dann meistens den Weg die bereits vorhandenen Daten in das Registrierungsformular voreinzutragen und den Rest dann zur manuellen Eingabe anzubieten.
Zusammengefasst sieht das Szenario einer üblichen Surf-Session jedoch schon wesentlich bequemer aus (wir gehen hierbei davon aus, daß allen Websites dauerhaft eine Freigabe beim IdP erteilt wurde): Der User loggt sich zunächst bei seinem IdP ein und besucht dann nacheinander seine Lieblingswebsites, bei denen er nach Eingabe seiner OpenID “sofort drin ist”. Ohne Anstrengung kann er hierbei mit zwei mühelosen Schritten (Eingabe der OpenID und Anklicken der Bestätigung der Datenweitergabe beim IdP) auch einfach mal neue Angebote testen.
March 29th, 2007 at 8:12 am
Hallo,
wir hatten fast identische Idee schon vor einigen Monaten. Nachdem wir aber sehr intensiv uns auch mit speziellen Anwälten für Online-Recht auseinandergesetzt haben, sind wir sehr schnell auf Distanz gegangen.
Zumindest in Deutschland ist aufgrund des “einsammeln von EMail-Adressen” sehr sehr fragwürdig.
Ich werde mal die Tage versuchen auf unserem Blog unter http://blog.doubleSlash.de die Gründe darstellen, warum sowas mit hierzulande geltendem Recht sehr heikel sein kann.
Welche Meinung haben Sie zu diesem Thema?
March 29th, 2007 at 11:22 am
Ich verstehe nicht ganz welche Idee Sie genau hatten - einen Dienst ähnlich zu einem OpenID Provider zu bauen?
Dieser sammelt ja keine Email-Adressen ein. Er gibt dem User lediglich die Möglichkeit seine Profildaten “auf Vorrat” zu halten. Die Angabe jeglicher Daten, auch der Email-Adresse ist hierbei völlig freiwillig und obendrein OPTIONAL. D.h. ich kann mein OpenID Profil auch jederzeit OHNE Emailadresse anlegen. OpenID per se ist NICHT zur Kommunikation gedacht. Aus diesem Grunde haben OpenID Provider auch normalerweise nicht die bei normalen Accounts übliche Password-Recovery-Funktion - es gibt ja schließlich keine Verpflichtung zur Angabe der Email, also kann man auch nicht davon ausgehen, daß man ein verlorenes Passwort an eine solche schicken kann …
Oder meinten Sie mit Idee den Aufbau eines OpenID Consumers? Auch hier sehe ich persönlich keine Probleme: Analog zu einem normalen Anlegen eines Accountes muß ich beim Erstbesuch einer Seite ja bewußt anklicken und bestätigen welche einzelnen Daten aus meinem “vorratsprofil” bei meinem OpenID Provider übertragen werden sollen. Danach kann - je nach Gestaltung und Zielsetzung der Consumer-Seite - ein zusätzlicher Registrierungsprozeß einsetzen mit z.B. Bestätigungs-Email oder Captcha-Grafik und der Erfassung weiterer Daten.
Sicherlich würde dadurch die Bequemlichkeit bei der Registrierung per OpenID etwas ausehebelt, aber zumindest die Folgebesuche sind streßfreier.
Es mag sein, daß es Anwälte gibt, die hier anderer Meinung sind, schließlich bin ich kein Jurist und Anwälte leben von Prozessen. Insofern steht zu erwarten, daß auch im Falle von OpenID zunächst Präzedensfälle geschafen werden müssen, bevor es Rechtssicherheit gibt. Doch dies wird die Entwicklung nicht aufhalten. Man denke hierbei nur an die Prozesse, die Suchmaschinenbetreiber zu führen hatten wegen des Erfassens von Fremdseiten oder auch Forenbetreiber wegen der Kontrolle (ehemals der gewünschten Zensur) von Beiträgen.
March 30th, 2007 at 16:20 pm
Ich denke, man sollte noch erwähnen, dass das OpenID Formular überall dewn gleich Namen haben sollte. Dadurch merkt sich der Browser die letzte